Düngerlexikon

Vorteile des Düngens

Durch den Beginn der planmäßigen Düngung konnte der Ackerbau immense Produktionsfortschritte erreichen. Die Böden Mitteleuropas waren beispielsweise nach der intensiven und rücksichtslosen Ausbeute der vorangegangenen Jahrhunderte völlig ausgelaugt. Wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor oder Kalium waren den Böden verlorengegangen und die Ernteerträge waren nicht mehr in der Lage die Bevölkerung zu ernähren und Hungersnöte waren die unausweichliche Folge. Durch den Einsatz moderner Düngemittel konnte die Erzeugung von Nahrungsmitteln auf das bis zu sechsfache gesteigert werden. Besonders klug lassen sich die Vorteile des Düngens nutzen, wenn ein ausgeglichenes Verhältnis von allen drei Grundnährstoffen bei der Düngung hergestellt wird, denn nach dem von Justus von Liebig entdeckten Minimumsgesetz richtet sich der Ertrag der Pflanze nach dem Nährstoff, der am geringsten vorhanden ist. Ist also weniger Kalium im Boden, so wird dies das Pflanzenwachstum begrenzen, wenn hingegen beispielsweise Stickstoff knapp wird, so ist dieser der limitierende Faktor. Doch ist der Vorteil der Düngung nicht nur ein höherer Massenertrag, sondern auch eine gezielt mögliche Beeinflussung des Pflanzenwachstums. Da alle drei Grundnährstoffe unterschiedliche Auswirkungen auf die Pflanze haben, kann man anhand der Düngerzusammensetzung das Pflanzenwachstum beispielsweise hin zu einer stärkeren Blütenbildung, oder höherer Blattmasse beeinflussen. Der Ertrag wird somit berechenbarer und sicherer verfügbar als im Mittelalter, vor dem Beginn der planmäßigen Düngung. Wird jedoch der Boden mit Nährstoffen regelrecht überschwemmt, besteht die Gefahr das Bodenlebewesen vergiftet werden und nicht aufgenommene Düngestoffe ins Grundwasser und Fließgewässer eindringen und diese kontaminieren. Wuchernde Algen und Fischsterben können hier einige der möglichen Folgen sein. Schonender, wenn auch etwas weniger berechenbar, ist hierbei die organische Düngung, welche die Nährstoffe während eines Verrottungsprozesses langsam freigibt und den Bodenlebewesen vom Bakterium bis hin zum allbekannten Regenwurm Nahrung und Lebensraum bietet.