Plaggendüngung
Mit den steigenden Bevölkerungszahlen während des Mittelalters, kam es im Ackerbau in Norddeutschland immer öfter zu Engpässen, denen man mit der Einführung der sogenannten Plaggendüngung entgegenwirken wollte. Da die Böden in dieser Gegend Deutschlands extrem arm an wichtigen Pflanzennährstoffen wie Stickstoff, Phosphor oder Kalium sind und waren, begann man mit einer regelrecht ausgeklügelten "Düngerkultur". Um die nötigen Nährstoffe auf die Ackerflächen zu schaffen, wurde mit einem riesigen Flächenverbrauch die sogenannte "Plagge" abgebaut. Hierbei wurde vom Boden die oberste, fruchtbare Bodenschicht abgeschält und als Einstreu in Viehställe verfrachtet, wo er sich im Laufe seiner Nutzung mit den nährstoffreichen Mist vermischte und einen reichhaltigen organischen Dünger bildete. Durch die Plaggendüngung bildeten sich im Laufe der Jahre dicke, nährstoffreiche Erdschichten, die noch heute als mächtige schwarze "Eschböden" erkennbar sind. Zwar wurde durch diese Technik ein hocheffizienter Ackerbau möglich, doch war der Flächenverbrauch enorm. Für den Plaggenhieb wurde in der Regel die dreißigfache Fläche des Ackerlandes benötigt, da die Böden bis zu zehn Jahre Regenerationszeit benötigten, bevor ein weiterer Abbau der Plagge erfolgen konnte. Die Folgen der Plaggendüngung waren nachhaltig und für die Abbauflächen fatal, denn der Preis für den Ackerbau waren weite Flächen verwüsteter Landschaft. Teilweise gerieten ganze Landstriche in Bewegung und wurden durch den Wind bisweilen zu regelrechten Dünenlandschaften umgeformt, welche sich bis zum heutigen Tag nicht mehr für den Ackerbau eignen.