Düngerlexikon

Klimawandel sorgt für steigende Preise

Der Weizenpreis war schon immer großen Schwankungen unterworfen. Wie auf allen anderen Gebieten auch bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Doch während die Nachfrage durch immer mehr Menschen steigt, lässt der Klimawandel die Getreideernten stetig schrumpfen. Von dieser Entwicklung besonders betroffen sind Mais und Weizen. Wissenschaftler der Columbia-University fanden heraus, dass in den letzten 30 Jahren weltweit 5,5 Prozent weniger Weizen produziert wurde als in Zeiten vor dem Klimawandel. Am schlimmsten traf es Russland, Indien und Frankreich. Hier stiegen die Lebensmittelpreise am stärksten an.

Weizen ist relativ empfindlich. Je wärmer es wird, desto geringer fallen die Erträge bei der Weizenernte aus. Konkret heißt das: Ein Temperaturanstieg von nur einem Grad Celsius lässt die Erträge um bis zu zehn Prozent schrumpfen. In den letzten Jahren sind die Temperaturen global durchschnittlich um 0,14 Grad pro Dekade gestiegen. In den nächsten Jahren erwarten Forscher einen Anstieg um 0,2 Grad pro Dekade. Das klingt nicht dramatisch, hat aber weitreichende Folgen für den Weizenpreis und damit auch Auswirkungen auf den Lebensmittelpreis. Was die Höhe des Ertrages angeht, haben die amerikanischen Forscher berechnet, dass zehn Jahre Klimawandel den gleichen Effekt haben, wie ein Rückschlag im Technologiegewinn von einem Jahr.

Da fraglich ist, wie weit sich der Klimawandel trotz aller Bemühungen bremsen lässt, muss man langfristig über Alternativen nachdenken. So könnten zum Beispiel Weizenarten gezüchtet werden, die weniger anfällig gegenüber Temperaturschwankungen sind, so dass mit weniger Einbußen gerechnet werden muss.