Bodenverarmung
Da jede Pflanzenart ein spezifisches Nährstoffspektrum nutzt, kann es bei lang andauernden Monokulturen mit fehlerhafter Düngung schnell zu einer Verarmung der bevorzugten Nährstoffe kommen. Diese sogenannte Bodenverarmung war besonders im Mittelalter sehr akut. Da durch Ackerbaumethoden, wie etwa dem damals weit verbreiteten Plaggenhub, weiträumig in exzessiven Umfang Nährstoffe aus dem Stoffkreislauf genommen wurden kam es zu jener Zeit zu weiträumigen Bodenverarmungen. Diese gingen vielerorts mit anhaltender Bodenerosion einher. Mangelhafte Ernten und Hungersnöte waren die direkte Folge. Auch kann eine Übersäuerung des Bodens mit falsch dosierten Dünger oder sauren Regen zu einem Nährstoffverlust führen, welchen in diesem Fall nur mit einer regelmäßige gut durchdachten Kalkung gegengewirkt werden kann. Bodenverarmung kann allerdings auch gezielt genutzt werden. Wegen der allgegenwärtigen Eutrophierung des Bodens mit Stickstoff aus Abgasen und zu hoch dosierten Düngergaben in der Landwirtschaft, sind hierzulande Pflanzengesellschaften an den Rand des Aussterbens gebracht worden, welche an stickstoffarme Standorte angepasst sind. Diese überaus artenreichen Magerstandorte können durch eine gezielte Bodenverarmung erzeugt und gepflegt werden. Im Naturschutz wird dies sehr oft in der Landschaftspflege genutzt. Hierbei werden durch regelmäßige Mahd mit dem Pflanzenschnitt Sickstoff und andere Nährstoffe auf Dauer aus dem System genommen. Stickstoffliebende Pflanzen ziehen sich aufgrund der Bodenverarmung zurück und lassen den meist schwach wüchsigen Spezialisten Platz zum Wachsen.