Düngerlexikon

Auswirkungen des Düngens auf das Wasser

Da Regen überschüssigen Dünger sehr schnell aus dem Boden auswäscht, hat jedes Düngen auch eine hohe Auswirkung auf das umgebende Wasser. So zählt die teilweise besorgniserregende Nitratbelastung deutscher Gewässer zu den größten Gefahren unbedachten Düngens. Da in Deutschland noch immer 25% des Grundwassers die EU-Richtwerte von 25mg pro Liter Grundwasser überschreiten, aber 80% des hiesigen Trinkwassers gerade aus dem Grundwasser gewonnen werden, ist der Ackerbau in manchen Gegenden zu einer regelrechten Gesundheitsgefährdung geworden. Anders als die Auswirkungen auf die Umgebungsluft, welche im Wesentlichen auf die unangenehme Ausgasung von Ammoniak beschränkt bleibt, bleiben Nitrate im Grundwasser über lange Zeit vor Ort und verflüchtigen sich kaum. Neben der Gesundheitsbelastung für den Menschen, beeinflusst die Ausschwemmung von Düngestoffen auch die Lebenskreisläufe in offenen Gewässern. Zusammen mit hinreichender Wärme und Sonneneinstrahlung sorgen sie für explosive Algenvermehrung, einen rasanten Abfall des Sauerstoffgehaltes und ein damit einhergehendes Sterben der davon abhängigen Wasserorganismen. Besonders gefährlich ist hierbei die unkontrollierte Ausbringung von organischen Düngern wie Gülle oder Jauche, da sie nicht so genau dosiert werden können wie anorganische Dünger. Die Auswirkung des Düngens auf das Wasser kann gerade durch diese kluge Dosierung minimiert werden, wobei auf eine ausgeglichene Bilanz der Grundnährstoffe zu beachten ist und auch die Nährstoffvorlieben der angebauten Pflanzen bekannt sein müssen.