Düngerlexikon

Ackerbau

Vor der Entwicklung des Ackerbaus führte der Mensch ein vergleichsweise wenig arbeitsintensives Leben als Jäger und Sammler. Doch ist diese Art der Ernährung wenig effektiv und lässt nur ein beschränktes Bevölkerungswachstum zu. Man geht davon aus, dass ohne die Erfindung des Ackerbaues nur bis zu zehn Millionen Menschen den Planeten besiedeln könnten. Als dieses Limit nach dem Ende der letzten Eiszeit langsam erreicht wurde und die natürlichen Ressourcen knapp wurden, begannen die ersten Schritte hin zu unserem heute bekannten Ackerbau. Die schon vorher bekannten Wildpflanzen wurden Schritt für Schritt über viele Generationen durch Auslese und Optimierung ihrer Lebensbedingungen nutzbar gemacht. Dies setzte massive Änderungen in der Kultur des Menschen voraus. Er musste sesshaft werden und massiv Ressourcen für die Pflege und Erhaltung seiner Nutzpflanzen einsetzen. So beginnen mit dem Beginn des Ackerbaus auch die planmäßige Rodung von Wäldern und die gezielte Vermehrung wichtiger Nutzpflanzen durch Aussaat, Veredelungen und Stecklingsvermehrung. Erste Düngetechniken entwickelten sich, die noch auf organische Dünger angewiesen waren. Ein gutes Beispiel sind hierbei etwa die Kulturen der Plaggendünung in Norddeutschland. Interessanterweise entwickelte sich der Ackerbau kulturell an verschiedenen Orten der Welt unabhängig voneinander zu unterschiedlichen Zeiten, etwa in Mesopotamien schon um 11.000 vor Christus, aber in Japan erst um 300 vor Christus.